Engagement in Lehre und Forschung


Ein exzellenter Ruf als innovative Lehr- und Forschungsanstalt eilte dem OHH, seit 1938 orthopädische Universitätsklinik der Charité, schon bald voraus. Orthopäden aus aller Welt hospitierten als Gastärzte oder absolvierten ihre Facharztausbildung an der Klinik – und verstanden sich als „Oskarianer“. Mit seinem breiten Spektrum an Krankheitsbildern stand das OHH für ein hohes Ausbildungsniveau und hat bis heute den Status eines Akademischen Lehrkrankenhauses inne.

Bereits Konrad Biesalski pflegte enge Kontakte zur noch jungen universitären Orthopädie und seine Nachfolger Hermann Gocht und Lothar Kreuz übernahmen mit der Klinikleitung zugleich den Lehrstuhl für Orthopädie an der Charité. Zur bedeutsamsten Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum entwickelte sich das OHH vor allem ab 1954 unter Alfred N. Witt, dessen zahlreiche Schüler die bundesrepublikanische Orthopädie prägten, sowie später unter Günter Friedebold und Ulrich Weber, zeitweise unterstützt durch weiteren Professuren für Technische Orthopädie und Kinderorthopädie.


Wegweisende Forschung betrieb das OHH in der Orthopädietechnik z.B. mit der Konzeption und Verbesserung von Stützapparaten, Schienen (Orthesen) oder Prothesen, die anfangs für die kriegsinvaliden Soldaten, dann für Dysmelie-Kinder speziell gefertigt wurden. Zentraler Ort für orthopädische Langzeitstudien wurde das Biomechanik-Labor, das ab 2000 eine Fortsetzung im Julius-Wolff-Institut der Charité fand. Wissenschaftliche Meriten erwarb das OHH zudem in der Endoprothetik mit der Entwicklung einer Keramikhüfte, mit der Belastungsstudie zur Schultergelenks-Endoprothese und vor allem mit der von Georg Bergmann entwickelten „sprechenden Messhüfte“ (1988), die die erstmalige Implantation einer instrumentierten Hüftendoprothese ermöglichte und weltweite Anerkennung fand. Andere Forschungsprojekte untersuchten Handhabung und Effizienz von Haltesystemen und Gehstützen oder von myoelektrisch gesteuerten Arm- und Handprothesen (UTHA-Arm, CPM-Machine-Fingermotorikschiene) – im besten Sinne Anwendungs- und Machbarkeitsstudien, wie sie auch heute noch von der Stiftung gefördert werden.