Stiftung Oskar-Helene-Heim

 

Von hier aus nahm die moderne „Krüppelfürsorge“ ihren Lauf: Auf einem weitläufigen Waldgelände im Süden Berlins entstand 1914 das Oskar-Helene-Heim als „Modellanstalt“ für „gebrechliche Kinder“. Finanziert von dem Industriellen-Paar Oskar und Helene Pintsch, prägten vor allem der Kinderarzt und Orthopäde Konrad Biesalski und der Sonderpädagoge Hans Würtz die innovative Einrichtung, die sich einer ganzheitlichen Versorgung körperbehinderter Kinder verschrieben hatte: eine orthopädisch-therapeutische Behandlung nach neuesten Standards verband sich mit einer umfassenden pädagogischen Betreuung mit hauseigener „Beschulung“ und Ausbildung. Mit Beginn des 1. Weltkrieges, wenige Monate nach Eröffnung des Hauses, wurde das OHH zum Reservelazarett und beherbergte neben „Krüppelkindern“ nun auch „Kriegskrüppel“ und öffnete sich damit allen Patientengruppen, unabhängig von Alter oder sozialer Herkunft. Aus einem „Heim“ mit über 300 Betten entstand im Laufe der Zeit eine der größten Fachkliniken für Orthopädie von internationalem Rang.


Das OHH spielte eine Vorreiterrolle auf vielen Gebieten, sei in der „Ohnhänder“-Versorgung der Soldaten, der Poliomyeltis-Behandlung im Nachkriegs-Berlin, der Entwicklung der Endoprothetik oder als Ausbildungsstätte für Krankengymnastik und Zentrum für Replantations- und Wirbelsäulenchirurgie. Auch mit dem Aufbau einer eigenen Sportmedizin oder der bundesweit ersten Abteilung für Psychosomatische Orthopädie beschritt die Klinik immer wieder neue Wege.

Bis zum Jahr 2000 blieb das OHH, Namensgeber für die gleichlautende U-Bahnstation, am Standort Clayallee. Unter dem Einfluss gesundheitspolitischer Strukturreformen wurde das eigenständige Stiftungskrankenhaus mit zwei weiteren Zehlendorfer Kliniken (Lungenklinik Heckeshorn, Behring-Krankenhaus) fusioniert und an die Walterhöferstraße verlagert. Die Stiftung hat dieses Klinikum 2004 in eine GmbH ausgegliedert – und führt seitdem den Namen HELIOS Klinikum Emil von Behring.

Nach einigen Metamorphosen ist „das Oskar“ heute präsent in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie mit angegliedertem „Zentrum für Gelenkmedizin und Wirbelsäulenchirurgie“ und der Klinik für Kinderorthopädie und Kindertraumatologie.