Orthopädietechnik: die Werkstatt


Die „technische Seite“ der Orthopädie, die Herstellung individuell gefertigter Orthesen und Prothesen, liegt in den Händen der orthopädischen Werkstatt des OHH. Seit Gründung spielte sie eine wesentliche Rolle in der apparativen Versorgung der Patienten und war eingebunden in zahlreiche Neuentwicklungen von orthopädischen Hilfsmitteln. Die Eigenkraftprothesen „Fischer-Hand“ und „Zeisig-Hand“ und spezielle Werkzeugprothesen zählen zu den ersten Neuerungen, die in den 1910er Jahren von Orthopädiemechanikern des OHH für „Ohnhänder“-Patienten entwickelt wurden, 1992 feierte der mikroprozessorgesteuerte „UTHA-Arm“ in Berlin am OHH Premiere. Auch die Entwicklung eines neuen Fixateurs externe, mit dessen Hilfe durch variierende Belastung während des Gehens das Knochenwachstum stimuliert wurde, ist der OHH-Werkstatt zu verdanken.


Heute erfolgt die Konstruktion und Anpassung beispielsweise von Prothesenschäften oder der dreidimensionalen Chêneau-Korsetts weitgehend computergestützt mittels CAD-CAM-Technik. Beinprothesen aus Holz und Leder, früher in Handarbeit angefertigt, wurden abgelöst durch Carbon-Prothesen oder hochkomplexe C-Legs – Handwerk und Hightech gehen in der orthopädischen Werkstatt mittlerweile Hand in Hand.